Seit 30 Jahren ist das Einsatzfahrzeug „LF 8“ bei der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Kirtorf im Dienst. Das mit dem Kosenamen Heidi versehene Löschgruppenfahrzeug wurde am 24. Februar 1988 in Dienst gestellt. Seitdem rückte es im Stadtgebiet von Kirtorf und in angrenzenden Gemeinden zu fast 500 Einsätzen aus. Mit einer kleinen Jubiläumsfeier erwiesen die Kirtorfer Feuerwehrleute ihrer Heidi am Samstag eine gewisse Ehre. Immerhin brachte sie das Feuerwehrauto bei den 14.000 zurückgelegten Kilometern immer sicher und unfallfrei zum Einsatzort. 

Im Jahr 1988, als die DDR noch bestand, Richard von Weizsäcker Bundespräsident war und der Autor des Textes noch nicht lebte, zählte das Einsatzfahrzeug zu den modernsten Deutschlands. Rund 200.000 Deutsche Mark investierte der Magistrat der Stadt Kirtorf für den Erwerb des Fahrzeugs mit 140 Pferdestärken und 7,5 Tonnen Gewicht. Die nötige Beratung für die zukunftsträchtige Investition führten damals die Stadtbrandinspektoren Manfred Cloos und Dieter Ruppert sowie die Wehrführer Wolfgang Ehrhardt und Horst Köhler. Ausgerüstet mit einem hydraulischen Rettungssatz für Verkehrsunfälle und zwei Feuerlöschkreiselpumpen für Brände sah man sich für die damals erdenklichen Unglücke jeder Art gewappnet. Seitdem kümmerten sich mit Matthias Sprankel, Burkhard Scheld, Matthias Pauli, Günter Wagner, Heiko Korell, Marco Schneider und Jürgen Decher insgesamt sieben Generationen von Gerätewarten fürsorglich um das Feuerwehrauto. Über 3.000 ehrenamtliche Stunden wurden von den Feuerwehrleuten in die Wartung und Pflege des Fahrzeugs investiert, aber auch in die ständige Anpassung an moderne Anforderungen. So wurde die Ausrüstung im Laufe der Jahre um diverse Beleuchtungen, moderne Unfallrettungsgeräte und Sicherheitseinrichtungen ergänzt. Sehr oft sorgte hierbei der Förderverein der Feuerwehr für die finanzielle Unterstützung. Zuletzt wurden sogar noch digitale Funkgeräte in das Fahrzeug mit dem Funkrufnamen „Florian Kirtorf 4-41“ verbaut. 

Trotz aller Verbundenheit zu ihrem LF 8 erwarten die Kirtorfer Feuerwehrleute voraussichtlich im Jahr 2019 die Ersatzbeschaffung. Der Bedarf- und Entwicklungsplan der Stadt Kirtorf sieht ein sogenanntes Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF10) als Ersatz für das LF 8 vor, dass dann nach 31 Jahren wohl verdient „in Rente“ gehen darf. Kirtorfs stellvertretender Stadtbrandinspektor Julian Schneider zeigte sich anlässlich des Jubiläums vom tadellosen Zustand des Einsatzfahrzeugs erfreut. „Für diesen Zustand wurden sehr viele ehrenamtliche Stunden investiert“, so Schneider. Der damalige Hersteller des Feuerwehrfahrzeugs aus Giengen an der Brenz gratulierte schriftlich und übersandte der Jugendfeuerwehr eine Zuwendung.